Dorottya VÉKONY | Communion of Nurture

Subtle Transform Practices (No. 1) - Dorottya Vékony
Subtle Transform Practices (No. 2) - Dorottya Vékony
Subtle Transform Practices (No. 3) - Dorottya Vékony
Subtle Transform Practices (No. 4) - Dorottya Vékony
Fertility no. 1, - Dorottya Vékony

Dorottya VÉKONY schloss 2014 ihren Master in Fotografie ab und ist derzeit Doktorandin an der Doktorandenschule der Moholy-Nagy-Universität für Kunst und Design.

In den vergangenen Jahren hat sie untersucht, wie sich die Grenzen zwischen dem sozialen Körper und dem biologischen Körper im biopolitischen Diskurs im Laufe des 20. Jahrhunderts verändert haben und welche Bedeutung sie heute besitzen. Seit mehreren Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit Fruchtbarkeit und reproduktiven Rechten. Ihr Interesse gilt dabei insbesondere Situationen, in denen diese eingeschränkt oder verhindert sind – in denen Fruchtbarkeit in „Unfruchtbarkeit“ umschlägt und Schwangerschaft sowie Geburt nicht stattfinden können. Im Zentrum steht die Frage, wie die Frauen, denen sie begegnet, mit diesen (Krisen-)Situationen umgehen und neue, unterstützende Gemeinschaften schaffen, die von Empathie und Akzeptanz geprägt sind. Ausgehend von diesen Konzepten und durch ihre eigene künstlerische Praxis erforscht sie, wie weibliche Körper und Verhaltensweisen, reproduktive Normativitäten und Pathologien durch unterschiedliche Technologien und soziale Rituale geformt, reguliert und kontrolliert werden.

Die fotobasierte Installation „Fertility“ untersucht die symbolischen Möglichkeiten der Beziehungen zwischen Frauen sowie zwischen Individuum und Gemeinschaft. Die Bildsprache ist fragmentiert und rau; der Fokus liegt nicht auf einer klar umrissenen Identität oder Persönlichkeit, sondern auf der räumlichen Positionierung der Protagonistinnen und ihren gegenseitigen Beziehungen. Die einzelnen Körper und Formen sind so eng miteinander verwoben, dass kaum zu bestimmen ist, ob sie eine schützende, trennende oder nur vorübergehende Funktion erfüllen. Über persönliche Aspekte hinaus ergibt sich die Aktualität der Arbeit aus jüngsten öffentlichen Debatten über reproduktive Rechte in den osteuropäischen Medien und der Politik. In diesem Zusammenhang untersucht Vékony Erwartungen an weibliche Rollen und
den weiblichen Körper – seine Handlungsfähigkeit, seinen Status und seine Repräsentation.

Das Projekt „The Subtle Transform Practices“ besteht aus Glasplattenfotografien, die sich mit Geburt, Entbindung und Fruchtbarkeit auseinandersetzen. Die dargestellten Szenen rekonstruieren zeitgenössische Rituale: Readymades und Performances, die in Volks- und Stammesrituale eingebettet sind, und zugleich an den heilenden Charakter temporärer Gemeinschaften glauben. Ähnlich wie in Fertility bleiben die individuellen Gesichter der Beteiligten verborgen, verhüllt und anonym, wodurch der Fokus auf der Idee kollektiver Verflechtung liegt. Die Arbeiten thematisieren die Auswirkungen des Reproduktionswunsches und des gesellschaftlichen Drucks auf die weibliche Psyche und den weiblichen Körper. Darüber hinaus stellt das Projekt die Frage nach den Handlungsmöglichkeiten des weiblichen Körpers und danach, wie dieser innerhalb einer veränderten, selbstbestimmten sozialen Ordnung repräsentiert werden kann.

Dorottya VÉKONY got her MA in Photography in 2014 and is currently a student at the Doctoral School of the Moholy-Nagy University of Arts and Design.

In recent years, she has been researching how the boundaries of the social body and biological body within biopolitical discourse have changed over the course of the 20th century and what meaning they have today. She has been dealing with fertility and reproductive rights for several years. Her attention is directed toward situations where there is some kind of hindrance in this regard, where fertility turns into ‘barrenness,’ where the event of birthing and birth cannot take place. The focus of her interest is on how the women she meets deal with these (crisis) situations and create new, supportive communities determined by empathy and acceptance. Along these concepts, and through her own artistic practice, she explores how women’s bodies and behaviors, reproductive normativities, and pathologies are shaped, regulated, and controlled by different technologies and social rites.

The photo-based installation Fertility explores the symbolic possibilities of how women relate to one another and to a community. The imagery is fragmented and rugged, the emphasis is not on discrete identity or personality, but rather on the subjects’ spatial positioning and interrelationships. The individual bodies and forms are so integral that it becomes difficult to determine whether they serve a protective, disjunctive, or temporary function. Beyond personal aspects, the work’s topicality stems from recent public debates on reproductive rights in Eastern European media and politics. Accordingly, I examine expectations surrounding female roles and the female body, its agency, status, and representation.

The Subtle Transform Practices project consists of glass-plate photographs addressing birth, childbirth, and fertility. The scenes reconstruct contemporary rites: readymades and performances immersed in folk and tribal rituals, while maintaining a belief in the healing power of temporary communities. Similarly to Fertility, the individual faces of the subjects are hidden, shrouded and anonymous, maintaining a focus on the idea of collective entanglement. They address the effects of the desire for reproduction and societal pressure on the female psyche and body. The project further questions the female body’s possibilities for agency and how it can be represented within a transformed social order achieved on its own terms.

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