Vorname
NATALIA
Nachname
ZAŁUSKA

Zurück

— Text
Text über den Künstler

Die Arbeiten von Natalia Załuska entsprechen jener ästhetischen und intellektuellen Gestimmtheit der postheroischen Avantgarden, die die revolutionären Formerfindungen der vergangenen Jahrzehnte als Bausteine / Module neuer eklektizistischer Kunstsprachen nutzen.

Załuskas Werke, in denen meist unterschiedliche Materialien mit hoher  Sensibilität für Texturen und haptische Qualitäten verknüpft werden, beziehen sich häufig auf Natureindrücke, verdichten und abstrahieren diese jedoch zu primary structures, die in ihrer geometrischen Übersichtlichkeit minimalistisch wirken, ohne Minimal Art zu sein. Es geht um das lustvolle Variieren eines begrenzten Formen- und Farbenvokabulars, das gerade in der Beschränkung eine neue, andere Perspektive auf kleine und kleinste Veränderungen, auf unterschiedliche Formen der reliefartigen Auswölbung und die unendlichen Möglichkeiten der Verknüpfung von geometrischen Grundfiguren aufschließt.

Die  Arbeiten von Natalia Załuska schaffen eine Sensibilität für Mikrokalibrierungen des Blickes, ähnlich der ständig permutierenden, zellularen Klangstruktur des Werkes „In C“ von Terry Riley. Linien, Farbfelder, Dreiecke und  graduell abgestufte pastellige Farbtöne verdichten sich in variativer Wiederholung / Sequenzierung zu einem ästhetischen Gestus, der eine geschlossene künstlerische Vision erkennen lässt, im Ähnlichen immer aber auch das Andere evoziert. In Sichtverbindung zur polnischen Minimal Art etwa von Edward Krasinski und Jaroslaw Flicinski entsteht so eine Kunst, die sich der Wirklichkeit metonymisch annähert und im Allgemeinen einer kodifizierten Ausdrucksform immer ein Besonderes sinnlich aufblitzen läßt. 

(Thomas Miessgang, 2013)

Zurück