Künstler / Projekt
PAYER GABRIEL + N 48° 11’ 47.038" O 16° 21’ 59.259"

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Ausstellungsdauer: 06. 05. - 17. 06. 2017

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Beschreibung

PAYER GABRIEL (Micha Payer, geb. 1979 in Wolfsberg und Martin Gabriel, geb. 1976 in Linz) agieren in einem Spannungsfeld zwischen willkürlicher Ordnung und systematischer Zufälligkeit, die gleichwohl wiederum systematisiert werden und deren Ausgangspunkt die Reflexion über die Welt im Mikro- und Makromaßstab ist. In diesem Gedankenraum werden Meteoriten zum Sinnbild für die künstlerische Strategie: Wissenschaftliche Theorien besagen, dass es die Kometen waren, welche die Grundbausteine für ein Leben auf der Erde ermöglichten. Für die Künstler ist ein Meteorit der Inbegriff des Fremden im Eigenen und provoziert die Frage, ob der Mensch aus „Sternenstaub“ zusammengesetzt ist.

Die neue Werkserie "Apologie des Zufälligen" entstand in den letzten beiden Jahren im Kontext dieser Überlegungen. Der Titel bezieht sich auf Odo Marquard, der in seiner gleichnamigen Schrift den in der Philosophie gerne vernachlässigten und verdrängten Begriff des Zufalls verteidigt.

Groß- und mittelformatige Zeichnungen entwickeln sich aus den Formaten A4 und A5, welche in unterschiedlichen Farben mit Tusche grundiert, ein Raster für die jeweiligen Bildfragmente bieten. Erst in der Zusammenführung ergibt sich ein Motiv, welches das Fragment eines größeren Ganzen darstellt. Ergänzungen oder die Substitution von Teilen erzeugen weitere Ausdehnungen, denn die Arbeiten der Künstler befinden sich in einem konstanten Permutationsprozess. Als Quellen dienen ihnen physikalische und biologische Sachverhalte, historische Referenzen oder Zitate aus der Kunstgeschichte. 

Ergänzt wird die Soloschau von PAYER GABRIEL durch Leihgaben aus dem Naturhistorischen Museum Wien, durch Arbeiten von Andreas DUSCHA, Dona JALUFKA, KERNEL, Ralo MAYER, Valentin RUHRY und Björn SCHÜLKE. Somit eröffnen sich weitere künstlerische Assoziationen und Fragen zur Erde, zu alten Utopien und Sehnsüchten, zu neuesten Technologien und zu Science Fiction. All diese Bezüge sind losgelöst von der Romantik der Mondfahrt und der Sputniks.

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Galerie
PAYER GABRIEL <br /><em>Apologie des Zufaelligen Doppelgaenger 2</em>, 2017<br />Tusche und Bleistift auf Papier<br />29,7 x 63 cm

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