Künstler / Projekt
ANDREAS REITER RAABE
Ausstellungstitel
pure paint

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Ausstellungsdauer: 12. 09. - 27. 10. 2007

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— Text
Beschreibung
Reiter Raabes Fotografien stecken wechselnde Kontexte buchstäblicher oder assoziativer Natur ab. Es handelt sich um dokumentarische Fotos, die, wenn zu einem losen Narrativ zusammengestellt, konzeptuelle Fragen an ein gänzlich anderes Genre stellen, nämlich an die Malerei. Die Ergebnisse sind schrill, brisant, witzig und stellen letztlich die umfassendere Frage nach ihrer Bedeutung.
Die Verwendung von Fotografie nötigt das Publikum zu einer Verschiebung seiner Wahrnehmungsperspektive, wird es doch vorderhand mit der diesem Medium eigenen Eindringlichkeit konfrontiert. Die "Schnelligkeit" des Erfassens von Fotosujets sowie deren sachliche Authentizität verschieben den sonst per Definition "langsam" kontemplativen Blick auf Gemälde. So verändert sich die durch die vorgegebene kulturelle Position der monochromen Malerei vorgeschriebene Rezeptionsweise. Da seine Kunst hauptsächlich abstrakt, zugleich aber buchstäblich und konkret ist, vermag Reiter Raabe sie durch die üblicherweise gegenständliche Art der Fotografie neu abzubilden.
 
„Reiter Raabes Malerei betont Oberfläche, Prozess und die durch ihn selbst beschränkte Methode. Typischerweise weisen die Bilder durch die Strichtextur akzentuierte lineare Elemente oder geschüttete Farbballungen auf, die sich zu subtil variierten Farbfeldern verbinden. Obwohl durch die programmatische Malmethode der automatisierte Prozess hervorgehoben wird, zeigen die Bilder insgesamt dennoch eine gemeinsame individuelle Sensibilität. Reiter Raabe macht Plätze zu ‚Orten’, in die er dann artikulierte Flächen oder ‚platzierte’ Objekte als Grenzen oder absichtliche Brüche der Raumwahrnehmung ‚einfügt’. In einem weiteren Sinn könnte seine Methode als ‚Intervention’ bezeichnet werden – als Philosophie in Aktion.“
John Zinnser
 
„Die Tropfbilder sind das Gegenteil und in bestimmter Hinsicht auch das Umgekehrte der so genannten ‚All-Over Paintings’. Dennoch weisen auch sie keine traditionelle Kompositionsstruktur auf. Die weiße Fläche ist in wesentlich radikalerem Sinn abstrakt, weil sich ihre Ränder gegen jede Gegenständlichkeit sperren und nichts mehr aufweisen, was vom Künstler nicht reduziert wurde und durch unsere Augen rekonstruiert werden könnte. Reiter Raabe agiert auf der obersten Ebene der Malmaschine, was jedoch nicht seinen eigenen Körper als Maschine erweitert, sondern stattdessen beschränkt. Seine Malmaschine funktioniert auf unterschiedlichen Ebenen, was sowohl Programm als auch Zufall sowie die Konzentration auf die Ränder zulässt, wo Programm und Zufall in Eins fallen.“
Martin Prinzhorn

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Galerie
Ausstellungsansicht ANDREAS REITER RAABE <em>pure paint</em>, 2007<div>Ausstellungsansicht ANDREAS REITER RAABE <em>pure paint</em>, 2007</div><div>Ausstellungsansicht ANDREAS REITER RAABE <em>pure paint</em>, 2007</div><div>Ausstellungsansicht ANDREAS REITER RAABE <em>pure paint</em>, 2007</div><div>Ausstellungsansicht ANDREAS REITER RAABE <em>pure paint</em>, 2007</div>

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