Künstler / Projekt
MICHAELA MATH

Zurück

Ausstellungsdauer: 07. 11. - 20. 12. 2003

Zurück

— Text
Beschreibung
Michaela Math spannt Netze aus, um Nacht zu fangen. Diese Netze sind so schön, elastisch, ephemer, gefährlich und verführerisch wie jene von Spinnen. Der Faden, mit dem diese Netze gezogen sind, sind wie eine langsame, lockende Zeichnungslinie, die die Spinne – als Künstlerin - aus sich heraus, in den Raum sekretiert. Die Spinne als Zeichnerin, das Netz als ihr Zeichenwerk.
 
Dieses Netz ist gefährlich. Es soll sich etwas Wichtiges, Lebenswichtiges darin fangen. Die Spinne braucht die Beute zum Leben. Wir sollen uns hier verfangen. Nicht nur als – aussenvorbleibende kühle - Betrachter dieser Kunst, sondern jeder soll sich – so eine stille Aufforderung des Werkes von Michaela Math – als sein eigener Künstler, als sein eigener Nachtarbeiter, sein eigener Nachtspinnen- netzknüpfer verfangen, - und seine Tiere, seine Monstren, seine Ängste, Hoffnungen, inneren schönen Landschaften, und seine eigene Ruhe da finden. Diese Ruhe birgt auch der tiefe See, inmitten der Nachtlandschaft, die so unendlich dicht, geduldig und stark, schwarzreflektierend – mit feinster Druckbleistiftmine – gezeichnet ist.
 
Die Dinge gehen ineinander über. Gefährliches und Schönes gehen ineinander über. Die Hängematte (aus der Installation A Safe Place, 2001/03) ist zugleich Spinnenfalle – Angst vor dem Schlund – wie Erholung, Ruhe und Schlaf: Nachtarbeit, und die kraftgebenden schönen Dinge der Nacht, sind nicht umsonst zu haben. Diese schöne Reise machen wir im noch jungen Werk von Michaela Math.
Piet Meyer, 2003

Zurück

Galerie
Ausstellungsansicht MICHAELA MATH, 2003

Zurück