Künstler / Projekt
THOMAS HARTMANN
Ausstellungstitel
Neue Malerei

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Ausstellungsdauer: 17. 01. - 08. 03. 2014

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Beschreibung
Man sieht übereinandergestapelte Zeitungen, Papiere, die schlampig in ein Regal gestopft wurden, ein unaufgeräumtes Arbeitszimmer, in dem die Blätter unordentlich umherflattern – alles in zarten Pastellfarben gemalt. Man wirft von schräg oben den Blick auf eine Bibliothek, die sich in der Unendlichkeit zu verlieren scheint, und observiert aus der Vogelperspektive einen Hafen, in dem die unterschiedlich kolorierten Container sich wie Tasten einer Schreibmaschine oder wie Teile in einem gigantischen Puzzle aneinanderreihen.

Thomas Hartmann ist im buchstäblichen Sinne ein Homme de lettre, ein Panegyriker der Druckwerke, in denen sich das Existentielle gleichermaßen abstrahiert und verdichtet. Aber er stellt sich auch in zahlreichen Arbeiten dem Menschlichen selbst, das meist als Masse erscheint. Jeder Mensch in seiner Nacht, geborgen und gleichzeitig ausgesetzt in der Multitude, deren unergründliches Walten in feinen Strichen und Schraffierungen für einen Augenblick fixiert wird.

Hartmann besetzt in der zeitgenössischen Malerei eine einzigartige Position, er navigiert mit hoch entwickelter Sensibilität für Formen, Farben und Bildaufbau zwischen Zeichnung und Malerei, er ist ein Meister der visuellen Rhythmisierung, der seine Module so organisiert, dass sie wie die Sichtbarmachung eines synkopierten Solos von Charlie Parker wirken.

Er schafft Energiefelder, die vor innerer Spannung zu bersten drohen und er erweckt gleichzeitig den Eindruck einer beinahe transzendentalen Contemplatio. Für Thomas Hartmann sind Kategorien wie Abstraktion und Gegenständlichkeit irrelevant: Er liest aus den formlosen Konfigurationen des Malgrundes Figuratives heraus und er transformiert konkrete Objekte in der seriellen Auffächerung in abstrakte Zeichen. Er erkennt im Profanen das Erhabene und im vermeintlich Sublimen die Banalität unveränderlich ablaufender Lebensprogramme. Und gelegentlich gestattet er sich einen Abstecher ins Humoristische und Karikaturhafte wie in der Arbeit „Stuhl auf Mann“, wo das Bild zum Witz wird und der Witz zum Bild. Thomas Hartmann ist im post-postmodernen Milieu der Kunstgegenwart ein Solitär, der im dialektischen Spiel zwischen reiner Struktur und Motiv die Erzählungen zwischen den Zeilen zu entschlüsseln versucht und zu einer gelösten Freiheit der Formulierung gefunden hat, in der man in säkularen Zeiten eine Metaphysik des Alltags erkennen kann.

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Galerie
THOMAS HARTMANN<br />Ausstellungsansicht <em>Neue Malerei</em>, Christine König Galerie, 2014 THOMAS HARTMANN<br /><em>Ohne Titel,</em> 2013<br />Öl auf Leinwand<br />190 x 160 cmTHOMAS HARTMANN<br />Ausstellungsansicht <em>Neue Malerei,</em> Christine König Galerie, 2014 THOMAS HARTMANN<br /><em>Ohne Titel, </em>2013<br />Öl auf Leinwand<br />120 x 180 cmTHOMAS HARTMANN<br />Ausstellungsansicht <em>Ohne Titel</em>, 2013<br />Öl auf Leinwand<br />190 x 160 cm <br />THOMAS HARTMANN<br /><em>Ohne Titel,</em> 2013<br />Öl auf Leinwand<br />190 x 160 cmTHOMAS HARTMANN<br />Ausstellungsansicht<em> Neue Malerei</em>, Christine König Galerie, 2014 THOMAS HARTMANN<br /><em>Ohne Titel,</em> 2012<br />Öl auf Leinwand<br />110 x 140 cmTHOMAS HARTMANN<br />Ausstellungsansicht <em>Neue Malerei,</em> Christine König Galerie, 2014 THOMAS HARTMANN<br /><em>Ohne Titel,</em> 2012<br />Öl auf Leinwand<br />100 x 160 cmTHOMAS HARTMANN<br />Ausstellungsansicht <em>Neue Malerei, </em>Christine König Galerie, 2014 THOMAS HARTMANN<br /><em>Ohne Titel,</em> 2013<br />Öl auf Leinwand<br />180 x 140 cmTHOMAS HARTMANN<br />Ausstellungsansicht <em>Neue Malerei,</em> Christine König Galerie, 2014 THOMAS HARTMANN<br /><em>Ohne Titel (Hafen)</em>, 2013<br />Öl auf Leinwand<br />150 x 210 cm

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